Tradition

Wer mal ein bisschen nach den Ursprüngen des Maibaumaufstellens googelt, wird feststellen müssen, dass es hunderte verschiedene Versionen dieses Brauchs gibt. Woher der Brauch ursprünglich stand, kann keiner mehr so genau sagen. Schon im späten Mittelalter gab es ähnliche Traditionen. .In der Romantik (19. Jahrhundert) wurde der Maibaum oft als kultischer „Riesen-Phallus“ gedeutet, der als Fruchtbarkeitssymbol für reiche Ernten sorgen sollte. Heute spricht kaum ein Volkskundler mehr von diesen „Ursprüngen“, die sich so nicht nachweisen lassen.

Der Maibaum wird alle 5 Jahre aufgestellt.  Das Ganze beginnt damit, dass jemand aus dem Ort einen Baum stiften muss. Spender und Burschenverein suchen dann das geeignete Objekt im Wald aus. Groß und gerade muss er sein und beim Schneiden heißt es aufpassen, dass der Baum ganz bleibt.
Geschnitten und entrindet ("gescheppst") wird der Baum bereits im Herbst und lagert dann auf Rundhölzern im Wald.

5-6 Wochen vor dem 1. Mai wird das gute Stück geholt und bekommt seinen neuen Platz an einer sicheren Stelle im Dorf. Nun wird der Baum nach und nach weiter bearbeitet: Hobeln, Schleifen, Anstreichen… Außerdem beginnt jetzt die Zeit der Maibaumwache. Nachdem der Baum in der Ortschaft liegt kann er nämlich von anderen Vereinen gestohlen werden und zurückgebracht wird er nur gegen eine entsprechend hohe Auslöse in Form von Bier und Brotzeit.

Einzuhaltende Regeln für das Maibaumstehlen wurden erst 1981 aufgestellt, da es immer wieder zu Handgreiflichkeiten und unsauberen Aktionen kam. Hier ein Scan vom Originaldokument:

Wenn der Baum dann nach professionellem Schnüren weiß-blau angemalt wurde und die Farbe lang genug getrocknet ist, ist er bereit fürs Aufstellen. Das geschieht bei uns in Bayern üblicherweise am 1.Mai. Beim Aufstellen selbst muss der ganze Ort mithelfen. Wenn die Arbeit dann getan ist, gibts "Oarschmoiz", d.h. Unmengen von Rühreiern. Die Eier werden jedoch nicht wie gewöhnlich aufgeschlagen sondern ausgeblasen, sodass das leere Ei als ganzes überbleibt. Hunderte davon schmücken dann den Dachsenkranz der den Maibaum den ganzen Mai lang ziert.

Wenn sich alle vom Aufstellen erholt haben geht es mit einem Umzug durch den Ort weiter. Angeführt von einer Blaskapelle marschieren die Burschen und Madl mit der Maibaumfahne durch den Ort bis zum Maibaum selbst. Dort hält der 1.Vorstand dann eine Maibaumrede, die in erster Linie dazu dient, alle fleißigen Helfer, Gönner und Spender zu ehren. Anschließend wird um den Maibaum getanzt. Bei uns in Dürrnhaar sind das meistens die traditionellen Figurentänze Webertanz, "Muiradl" und die Sternpolka.

Anschließend ist der ganze Trubel auch schon wieder vorbei, es gibt Kaffee und Kuchen (und natürlich auch noch jede Menge Bier) und man lässt den Festtag gemütlich ausklingen.


(C) Burschenverein Dürrnhaar